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Veranstaltungsnachlese 2006

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Cover Veranstaltungskalender 2007

Im Nachgang zu unseren Veranstaltungen stellen wir Ihnen hier unterschiedliche Materialien und weiterführende Informationen zur Verfügung. Die Veranstaltungs-Mitschnitte liegen als mp3-Dateien vor und können heruntergeladen werden (Rechtsclick + speichern) oder direkt im Browser über eine installierte Erweiterung (Plugin) abgespielt werden.



Veranstaltungsnachlesen der Jahre: 2009 2008 2007 2005 2004 2003



Datum/Uhrzeit Thema Veranstaltungsort
15. Januar
11.00-13.00 Uhr

Die SED, ihr MfS und das Krisenjahr 1956

Gemeinsam mit der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und dem Deutschen Historischen Museum
Am 24. Februar 1956 rechnete der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU mit den Verbrechen Stalins ab. Die Entstalinisierung in der Sowjetunion erreichte ihren ersten Höhepunkt. Auch in Moskaus Satellitenstaaten wankten bisherige Dogmen. Die Handlanger Stalins, die die Sowjetisierung ihrer Länder brutal vorangetrieben hatten, gerieten unter Druck. In Ost-Berlin erklärte Walter Ulbricht: "Stalin ist kein Klassiker mehr", und setzte sich an die Spitze der Rehabilitierungskommission, die über die Freilassung jener entschied, deren Verhaftung er zuvor zu verantworten hatte. Als sowjetische Panzer im Herbst 1956 den Aufstand in Ungarn niederschlugen, endete das kurze Tauwetter.
Kurzinfo
Die veranstaltung wurde von PHOENIX aufgezeichnet und wird am
4.2.2006: 22:15-23:15 Uhr und
5.2.2006: 17:00-18:00 Uhr

auf PHOENIX gesendet.
Zeughauskino, Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Eingang Spreeseite
1. Februar
19.00 Uhr

Wittstock statt Woodstock – Hippies in der DDR

Gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Museum
Öffentliche Kinouraufführung eines von der Stiftung Aufarbeitung in 2005 geförderten Dokumentarfilms zur Hippie-Bewegung in der DDR. Der Film zeichnet wichtige Stationen der »Langhaarigen-Subkultur« in der DDR nach und porträtiert sie als eine politische Szene zwischen Verweigerung und offenem Protest. Im Film werden die Lebensentwürfe der "Jeans- und Parka-Fraktion" mit den Leitbildern der SED konfrontiert und Berührungspunkte zur Oppositionsbewegung in der DDR geortet. Dabei kommt die stark heterogene soziale Struktur ebenso in den Blick wie das bewusste Ablehnen der vom Staat propagierten Persönlichkeitsideale und Moralvorstellungen.
Kurzinfo (540 kb)
Audio-Mitschnitt (16 MB, 32 kbps, mono, gezippt)
Zeughauskino, Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Eingang Spreeseite
7.-9. Februar

Totalitarismus und Literatur.
Über Rolle und Funktion von Literatur in totalitären Systemen

Gemeinsam mit dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung
Die Konferenz befasst sich mit der Genese und den Auswirkungen totalitärer Denkweisen in der Literatur und fragt danach, inwiefern diese wegbereitend oder unterstützend auf totalitäre Regime eingewirkt haben. Behandelt werden ferner die Entstehungsbedingungen von Literatur im Totalitarismus zwischen staatlicher Kontrolle und widerständigem Verhalten sowie die Versuche ihrer Instrumentalisierung im Nationalsozialismus und in der DDR. Einblicke in Leben und Werk einzelner Schriftsteller im Widerstand aber auch von Auftragsschreibern sollen dazu beitragen, die spezifische Problematik der Bewertung von schriftstellerischer Produktion im Totalitarismus zu durchdringen.
Dresden
16. Februar

"Für ein freies Land mit freien Menschen!" DDR-Opposition in Biographien: Buchvorstellung und Zeitzeugengespräch

Gemeinsam mit der Robert-Havemann-Gesellschaft und der Landesvertretung Sachsen-Anhalt
In vier Jahrzehnten DDR fanden sich zu allen Zeiten Frauen und Männer, die sich dem Herrschaftsanspruch der SED verweigerten, gegen die Diktatur opponierten oder gar aktiv Widerstand leisteten. Anhand von 73 ausführlichen Biographien, die durch 400 Bilder ergänzt sind, werden Repräsentanten dieses Widerspruches aus vier Jahrzehnten DDR porträtiert. Ihr Handeln und ihre Schicksale spiegeln den Wandel der SED-Diktatur wider. Die biographische Dokumentation wurde von der Robert-Havemann-Gesellschaft in Verbindung mit der Bundesstiftung Aufarbeitung erarbeitet und wird im Rahmen eines Zeitzeugengespräches vorgestellt.
Kurzinfo (540 kb)
Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Luisenstr. 18, 10178 Berlin
23. Februar

Bilanz des Terrors – Die Opfer politischer Verfolgung in der Sowjetunion. Ein CD-Rom Projekt

Gemeinsam mit Memorial Moskau, Memorial Deutschland und der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund
Als Chruschtschow am 24. Februar 1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU in seiner berühmten Geheimrede die stalinistischen Verbrechen enthüllte, blieb dennoch vielen Menschen das ganze Ausmaß des Terrors und der unmenschlichen Verbrechen verborgen. Neueste Forschungen gehen von über 20 Millionen Opfern aus. Die in der Sowjetunion angewandten Methoden politischer Repression dienten auch in der SBZ/DDR als Vorbild für politische Verfolgung. Im Rahmen dieses CD-Rom- und Internetprojekts, das hier zum ersten Mal öffentlich in Deutschland vorgestellt wird, werden in multimedialer Form das System des GULAG sowie Formen stalinistischer Repression in der UdSSR und der SBZ/DDR anhand von Bild- und Kartenmaterial, Biographien von Opfern, Zeitzeugenberichten und Dokumenten präsentiert.
Kurzinfo (480 kb)
Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich unter Tel: 030 - 2324 7223 oder per Mail an buero@stiftung-aufarbeitung.de.
DIE VERANSTALTUNG IST LEIDER BEREITS AUSGEBUCHT !
Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin
2. März, 19 Uhr

Das war Bitteres aus Bitterfeld

Gemeinsam mit dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzigk, MDR-Fernsehen und WIM e.V. Berlin
FilmurauffÜhrung und Podiumsgespräch
Juni 1988, eineinhalb Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer. Einer kleinen Gruppe ost- und westdeutscher Umweltaktivisten und Journalisten gelingt es, heimlich und an der Staatssicherheit der DDR vorbei ein Video über die katastrophale Umweltsituation in Bitterfeld zu drehen. Seit 1982 unterliegen alle Umweltdaten der DDR der strengen Geheimhaltung. Aktivisten, die die Umweltpraktiken der DDR-Offiziellen anprangern, werden kriminalisiert. Der Raum Bitterfeld ist eine der best überwachten Regionen der DDR. Hier einen Film zu drehen, um Bilder von den skandalösen Zuständen in Natur und Stadt zu zeigen, ist wagemutig. Die Aufnahmen gelingen, werden in den Westen geschmuggelt und im September 1988 im ARD-Magazin „Kontraste“ gesendet. Die Sendung löst vor allem große Unruhe bei den Verantwortlichen in Bitterfeld und bei der Parteiführung aus.
„Das war Bitteres aus Bitterfeld“ rekonstruiert die Geschichte dieses Videos und seine Wirkung.
Kurzinfo (540 kb)
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig
10.-11. März

Doktorandenwerkstatt der Stiftung Aufarbeitung

Mit ihrem Stipendienprogramm regt die Stiftung Aufarbeitung den wissenschaftlichen Nachwuchs dazu an, sich der Geschichte der SBZ/DDR, der deutschen Teilung und deren Überwindung im Rahmen von Promotionen anzunehmen. Mehr als 30 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben seit 2001 ihren Beitrag zu einer fundierten Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte geleistet. In der Doktorandenwerkstatt stellen die von der Stiftung Aufarbeitung geförderten Stipendiaten ihre Projekte zur Diskussion.
Teilnahmemöglichkeit nur auf Einladung
14. März, 19 Uhr

Berlin – Sportstadt im Kalten Krieg

Gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft, dem Ch. Links Verlag und der Landesvertretung Sachsen-Anhalt
Die Ost-West-Konfrontation bestimmte auch den Sport im geteilten Berlin. Der Systemwettstreit wurde auf allen Ebenen ausgefochten: bei Sportbauten gleichermaßen wie bei großen Sportveranstaltungen. In beiden Stadthälften entstand eine ehrgeizige sportliche Parallel- und Konkurrenzkultur. Dennoch blieb der Sport eine Gesamtberliner Klammer. Bis 1961 waren viele Sportler und Interessierte Grenzgänger. Nach dem Mauerbau blieb dem Ost-Berliner Hertha Fan der RIAS. Als die Mauer durchlässiger wurde, entstanden neue Fanfreundschaften, die der Teilung trotzten. Die Potsdamer Sporthistoriker Jutta Braun und Hans Joachim Teichler haben zahlreiche dieser Geschichten und Ereignisse aus der geteilten Sportstadt Berlin recherchiert und präsentieren diese im Rahmen der Veranstaltung.
Kurzinfo


Schriftliche Anmeldung (bis 9. März) erforderlich unter: buero@stiftung-aufarbeitung.de
Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Luisenstr. 18, 10178 Berlin
28. März, 19 Uhr

Schönfärber oder Klassenfeind? Die westdeutsche DDR-Forschung vor dem Mauerfall

Gemeinsam mit der Vertretung der Freien Hansestadt Bremen beim Bund und dem rbb Inforadio
Nach der Wiedervereinigung wurde der westdeutschen DDR-Forschung nicht nur Versagen vorgeworfen, weil sie den Zusammenbruch der SED-Diktatur nicht vorhergesehen habe. Polemisch war auch von Schönfärberei die Rede. Die DDR-Forschung habe sich zumindest partiell zum Helfershelfer der Diktatur gemacht. Die Gründung des Mannheimer Arbeitsbereiches DDR-Geschichte vor 25 Jahren, am 1. April 1981, soll zum Anlass genommen werden, die Leistungen und Defizite der bundesdeutschen DDR-Forschung vor 1989 mit größerer Distanz zu erörtern, als dies Anfang der neunziger Jahre möglich war. Auf Einladung der Bundesstiftung Aufarbeitung diskutieren damalige und heutige Akteure dieses Forschungsfeldes.
Kurzinfo (480 kb)
Einführung Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Aufarbeitung (200 kb)
Grußwort Prof. Dr. Hermann Schäfer, Ministerialdirektor beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (250 kb)
Schriftliche Anmeldung (bis 15. März) erforderlich unter: buero@stiftung-aufarbeitung.de
Vertretung der Freien Hansestadt Bremen beim Bund, Hiroshimastraße 24, 10785 Berlin
19. April

"...die SPD aber hat aufgehört zu existieren" – 60 Jahre Zwangsvereinigung

Mit Zwang und Betrug gelang es der sowjetischen Besatzungsmacht und ihrem deutschen Handlungsgehilfen, der KPD, die Sozialdemokratie zwischen Elbe und Oder am Ende des ersten Friedensjahres als politischen Konkurrenten auszuschalten. Am 21./22. April 1946 wurde die SPD im Berliner Admiralspalast mit der KPD zur SED zwangsvereinigt. Die Bundesstiftung Aufarbeitung möchte den 60. Jahrestag dieses Ereignisses zum Anlass nehmen, um mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern Folgen der Zwangsvereinigung zu diskutieren.
Kurzinfo (220 kb)
Tränenpalast, Reichstagsufer 17, 10117 Berlin
24. April
19 Uhr

Damals in der DDR - Zeitzeugen erzählen ihre Geschichte

Wie war es damals in der DDR? Wie lebten die Menschen im „real existierenden Sozialismus“? Die DVD „Damals in der DDR – Zeitzeugen erzählen ihre Geschichte“ präsentiert 78 Zeitzeugen, die ihre ganz persönliche Geschichte mit und in der DDR wiedergeben. Ihre Schilderungen und Erlebnisse zeigen den Alltag und das Leben in der DDR in all seinen Facetten: Anpassung und Widerstand, Verfolgung und Inhaftierung, Freude und Furcht, Erfindungsreichtum und Resignation.
Die über 50 Videos – einzigartige historische Filmaufnahmen aus vier Jahrzehnten und die Zeitzeugen-Interviews – sowie die zahlreichen Fotos und Texte sind chronologisch und thematisch geordnet. Die multimedial aufbereiteten Berichte der Zeitzeugen werden ergänzt durch Artikel zum zeitgeschichtlichen Kontext, eine kurze Chronik sowie ein Glossar. Zudem stehen für die politische Bildungsarbeit verschiedene Arbeitsblätter zur Verfügung.
Bundeszentrale für politische Bildung, MDR und Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur nehmen das Erscheinen der DVD zum Anlass, um mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern über das Leben in der DDR zu diskutieren.
Kurzinfo (500 kb)
Vertretung des Freistaats Thühringen beim Bund, Mohrenstraße 64, 10117 Berlin (direkt am U-Bhf. Mohrenstraße)
9. Mai
19 Uhr

Uneinig in die Einheit – Die Sozialdemokratie in Deutschland 1989/90

Gemeinsam mit der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und dem Verlag J.H.W. Dietz Nachf.
Als sich im Sommer 1989 die Sozialdemokratie in der DDR nach jahrzehntelanger Unterdrückung wieder begründete, reagierten viele westdeutsche Sozialdemokraten reserviert. Bald setzte der Mauerfall die deutsche Frage auf die politische Tagesordnung, zu der sich die Sozialdemokraten in beiden deutschen Staaten verhalten mussten. Wie sahen deren Konzepte aus, in welchen Punkten waren sich die Akteure in Ost und West einig, wo waren die Differenzen? Daniel Friedrich Sturm hat die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie in den Schlüsseljahren 1989/90 im Rahmen eines Stipendiums der Stiftung Aufarbeitung aufgeschrieben. Seine Dissertation, die auf der Veranstaltung vorgestellt wird, wurde im Herbst 2005 mit dem Willy-Brandt-Preis ausgezeichnet.
Kurzinfo (250 kb)
Tränenpalast, Reichstagsufer 17, 10117 Berlin
10.-13. Mai

4. Internationales Gedenkstättenseminar Kreisau: Schwerpunkt Ukraine

Gemeinsam mit: Gedenkstätte Kreisau, Evangelische Akademie Berlin, Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Bereits zum vierten Mal treffen sich Vertreter von Museen, Gedenkstätten, Universitäten und Einrichtungen der politischen Bildung aus verschiedenen europäischen Staaten in Kreisau, um darüber zu diskutieren, wie Erfahrungen mit dem Leben in Diktaturen in der politischen und schulischen Bildungsarbeit vermittelt werden können. Dabei stellen unterschiedliche Institutionen ihre Konzepte und Erfahrungen bei der Vermittlung von Geschichtsbildern vor. Die Tagung will ein Forum bieten, Chancen und Grenzen in der Vermittlung historischen Wissens darzustellen und die inhaltlichen und konzeptionellen Schwierigkeiten zu beleuchten, vor denen Mitarbeiter in einzelnen Einrichtungen stehen. Die Tagung ist dem Ziel verpflichtet, ein europäisches Netzwerk von Institutionen und Personen zu schaffen, die in unterschiedlichen Zusammenhängen in der politischen, schulischen und wissenschaftlichen Bildungsarbeit mit der Vermittlung von Diktaturerfahrungen befasst sind. Der Schwerpunkt der diesjährigen Tagung liegt auf der Vorstellung von Institutionen aus der Ukraine, die sich mit der Vermittlung und Darstellung von Geschichtsbildern befassen.
Anmeldung und Programm ab März 2005 unter www.krzyzowa.org.pl
12.-14. Mai

"Geteiltes Deutschland – Gemeinsame Geschichte"

10. Kongress der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Stiftung Aufarbeitung mit den Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen
Zum 10. Kongress kommen die Verfolgtenverbände und Aufarbeitungsinitiativen erstmals in einem westdeutschen Bundesland zusammen. Angesichts des 45. Jahrestages des Mauerbaus soll über Ursachen und Folgen der deutschen Teilung ebenso nachgedacht werden, wie über den Stand des deutschen Einigungsprozesses. Dies geschieht in bewährter Weise durch Vorträge und Gesprächsrunden. Eine Exkursion zu einschlägigen Gedenkorten rundet die Tagung ab.
AVALON Hotelpark Königshof, Königslutter
30. Mai

Kalter Krieg auf Schienen – Die Deutsche Reichsbahn in Westberlin

Gemeinsam mit dem Berliner S-Bahn Museum
Das Kapitel Deutsche Reichsbahn in West-Berlin gehört zu den Merkwürdigkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte und des Kalten Krieges: Tausende Beschäftigte, Millionen Quadratmeter Fläche, Hunderte Kilometer Schienenwege, ein Netz von Anlagen und milliardenschwere Vermögenswerte gehörten inmitten von West-Berlin zu einem staatssozialistischen Transportunternehmen. Warum das so war, welche Besonderheiten es gab, und wie mehr als vierzig Jahre lang der Osten buchstäblich durch den Westen fuhr, diskutieren Zeitzeugen gemeinsam mit Burghard Ciesla, der ein umfassendes Buch zu diesem Thema geschrieben hat.
Kurzinfo (250 kb)
Fahrgastzentrum S-Bahnhof Jannowitzbrücke, G10, 10179 Berlin
12. Juni

"Wir wollen freie Menschen sein!" Eine Veranstaltung in Erinnerung an den 17. Juni 1953

Kaum ein Ereignis der DDR-Geschichte hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit erfahren wie der Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Wir wissen heute mehr denn je über seinen Verlauf, seine Hintergründe und Folgen. Der Volksaufstand hat es verdient, dauerhaft als Teil der deutschen Freiheitsgeschichte erinnert zu werden. Daher lädt die Stiftung Aufarbeitung Jahr für Jahr im Juni zu einer Veranstaltung ein. Auch zum 53. Jahrestag des Aufstandes soll deutlich gemacht werden, dass damals Frauen und Männer zu Hunderttausenden auf die Straße gingen, nicht allein für eine bessere Versorgung. Die Menschen gingen auf die Straße, weil sie eine zweite Diktatur und die deutsche Teilung nicht mehr länger dulden wollten. Nur sowjetische Panzer konnten damals die Macht der SED-Diktatur erhalten.
Kurzinfo (390 kb)
Glashaus in der Arena, Eichenstraße 4, 12435 Berlin
21. Juni
19:00 Uhr

"Fußball ist unser Leben!" - Fußballgeschichte im geteilten Deutschland

Sport und Politik – ein immer wieder gern zitiertes Wortpaar, dem zahlreiche Verbindungen und Wechselwirkungen zugeschrieben werden. Für die Zeit der deutschen Teilung wird man dies ohne Zweifel in verschiedener Weise konstatieren können. Sportliche Duelle zwischen Teams beider Staaten wurden andererseits gerne zu symbolträchtigen Kämpfen zwischen den politischen und gesellschaftlichen Systemen stilisiert. Dies betraf in besonderem Maße der Deutschen liebstes Kind in Ost und West – den Fußball.
Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft laden die Landeszentrale für politische Bildung und die Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt, Deutschlandradio Kultur und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur dazu ein, sich der Fußballgeschichte im geteilten Deutschland zu widmen und zu diskutieren, wie Fußball unter diesen Bedingungen - auch jenseits und über die Systemgrenzen hinweg – stattfand, wie Sportler und Fans mit der Teilung umgingen und wie trotz gefährlicher Begleitumstände Fußballanhänger aus Ost und West auch weiterhin Kontakt hielten.
Kurzinfo (490 kb)
Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund, Luisenstraße 18, 10117 Berlin
27. Juni

Die roten Direktoren – Wirtschaftliches Handeln zwischen Plan und Realität

Gemeinsam mit dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig
Der Volksentscheid in Sachsen leitete im Juni vor 60 Jahren die Verstaatlichung der ostdeutschen Wirtschaft ein. Schritt für Schritt bildete sich in der DDR ein neuer Typus des volkseigenen Managers heraus, der an die Stelle des privaten Unternehmertums trat. Die neue Elite musste gleichermaßen ökonomischen wie politischen Anforderungen genügen. Die "roten Direktoren" bewegten sich im Spannungsfeld zwischen zentralen Planvorgaben, kontinuierlichen Materialengpässen und dem eigenen Betriebsinteresse. Improvisationstalent war hier kaum weniger gefragt als betriebswirtschaftlicher Sachverstand. Armin Müller hat zu den Funktionseliten der DDR-Planwirtschaft geforscht. Die Ergebnisse seiner Dissertation werden auf der Veranstaltung mit Zeitzeugen diskutiert.
Kurzinfo (320 kb)
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
30. Juni – 1. Juli

Oskar Brüsewitz. Leben und Tod eines mutigen Pfarrers

Tagung in der Reihe „Orte der Zivilcourage“. Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, LStU Sachsen-Anhalt und „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“
Die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz 1976 in Zeitz war ein Fanal: ein radikaler Protest gegen die politische Unterdrückung in der DDR, gegen Diskriminierung und Verfolgung junger Christen sowie die atheistische Erziehung im Sozialismus. Die umstrittene Tat war zugleich eine Anklage gegen den Weg, den die evangelische Kirche gegenüber dem sozialistischen Staat eingeschlagen hatte. 30 Jahre später widmet sich die Tagung diesem „Fanal von Zeitz“ sowie seinen Folgewirkungen für das Verhältnis von Staat und Kirche und der Herausbildung der Opposition in der DDR. An der Pfarrkirche von Rippicha wird eine Gedenktafel für Oskar Brüsewitz als „Ort der Zivilcourage“ eingeweiht werden.
Schloss Moritzburg , Schlossstraße 6, 06712 Zeitz. Anmeldung über die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
4. Juli

popKICK.06

An der Fußballweltmeisterschaft kommt auch die Stiftung nicht vorbei! Am 30. Juni und 1. Juli 2006 wird die Stiftung Aufarbeitung daher auf dem Gelände der popKICK.06 im Treptower Park in Berlin in unmittelbarer Nähe des Haupteinganges einen Zeltstand gestalten und u. a. Stiftungspublikationen und geförderte Projekte präsentieren.
Zudem wird auf dem Gelände auch die von der Stiftung geförderte Ausstellung „All you need is beat“ aus Leipzig zu sehen sein. Auf der Großbildleinwand werden von der Stiftung geförderte Filme, wie z. B. „Hippies in der DDR“ gezeigt. Für Fußball-Kenner und geschichtlich Interessierte oder einfach nur aus Spaß am Knobeln bietet die Stiftung elf spannende Quizfragen zum deutsch-deutschen Fußballgeschehen zwischen 1950 und 1990 zum Lösen an…
Anreise: S-Bahnhof Treptower Park aussteigen und der Beschilderung folgen. Das Gelände befindet sich im Viereck der Puschkinallee, Elsenstraße und der Straße „Am Treptower Park“.
Fußball-Quiz
S-Bahnhof Treptower Park
7. – 9. Juli

II. Promovierendentage zur deutschen Zeitgeschichte nach 1945

Gemeinsam mit dem Institut für Hochschulforschung Wittenberg
Die Veranstaltung richtet sich an Doktorandinnen und Doktoranden, die sich mit der Geschichte Nachkriegsdeutschlands im Allgemeinen oder mit der Geschichte der SBZ/DDR im Besonderen beschäftigen. Auf den Promovierendentagen, die 2005 zum ersten Mal stattgefunden haben, sollen Methoden diskutiert und vor allem Präsentations- und Vermittlungstechniken zeithistorischer Forschungserträge erläutert und erprobt werden. Ein weiteres Ziel ist die Netzwerkbildung innerhalb des wissenschaftlichen Nachwuchses, um der vielfach beklagten „Verinselung“ der DDR-Forschung entgegenzuwirken.
Interessenten wenden sich an jens.huettmann@hof.uni-halle.de
Tagungszentrum der Stiftung Leucorea, Collegienstraße 62, 06886 Lutherstadt Wittenberg
13. – 15. Juli

Views from abroad. Britische Geschichtsforschung zur SED-Diktatur

Konferenz. Gemeinsam mit dem Centre for East German Studies an der Universität Reading, der University of Bath und der Zeitschrift Deutschland Archiv
Die Geschichte der SED-Diktatur, der deutschen Teilung und deren Überwindung waren und sind stets auch Gegenstand der britischen Deutschlandforschung. Der Blick von der Insel und damit von außen ermöglicht eigenständige Perspektiven, die in Deutschland oft nur unzureichend wahrgenommen werden. Die Stiftung Aufarbeitung und das Centre for East German Studies haben im Jahr 2005 eine langfristige Kooperation vereinbart. Die britisch-deutsche Konferenz „Views from abroad“ soll die britischen Deutschlandforscher in Reading zusammenbringen, um gemeinsam mit Vertretern deutscher Forschungseinrichtungen aktuelle Forschungsergebnisse und -trends zu diskutieren.
Reading (GB). Teilnahme nur auf Einladung möglich.
2. August
19:00 Uhr

„Grenzgänger – Die westdeutschen Unterstützer der DDR-Opposition“

Podiumsgespräch. Gemeinsam mit der Stiftung Ettersberg
Nach dem Mauerbau und noch mehr im Zuge der Entspannungspolitik geriet der totalitäre Kern der SED-Diktatur in Westdeutschland allzu oft aus dem Blick. Jene, die seit den siebziger Jahren in der DDR politisch opponierten, mussten erleben, dass sich bundesdeutsche Politiker und Intellektuelle meist mehr für die Vertreter der SED, als für deren Gegner interessierten. Zur kleinen Zahl der „Grenzgänger“ von West nach Ost, die die DDR-Opposition unterstützten, zählte Prof. Dr. Manfred Wilke, der am 2. August 2006 seinen 65. Geburtstag feiert. Mit ihm Blicken namhafte Zeitzeugen auf diese andere Form der deutsch-deutschen Beziehungen zurück.
Anmeldung erforderlich über: buero@stiftung-aufarbeitung.de oder Fax 030/23 24 72 24.
Kurzinfo
Kurzbericht zur Veranstaltung
Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund, Mohrenstraße 64, 10117 Berlin
8. August
11:00 Uhr

Plakat-Wettbewerb „geschichts-codes: grenzen-los!“

Vernissage und Preisverleihung.
Zum 45. Jahrestags des Mauerbaus stellt die Stiftung Aufarbeitung 2006 ihren vierten Plakat-Wettbewerb „geschichts-codes“ unter das Motto „grenzen-los“. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler wird mit dem Wettbewerb an die Teilung Deutschlands und Europas sowie die Überwindung der Teilung vor nunmehr 16 Jahren erinnert. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen die verblassenden Spuren der ehemaligen innerdeutschen Grenze, der zukünftige Umgang mit diesen historischen Zeugnissen und die Frage nach dauerhaften Erinnerungsformen an die deutsche Teilung.
Im Anschluss an die Preisverleihung findet die Vernissage der Wanderausstellung „geschichts-codes: grenzen-los!“ gemeinsam mit einer Auswahl von Beiträgen der Plakat-Wettbewerbe der Jahre 2003, 2004 und 2005 statt.
Kurzinfo
Kurzbericht zur Veranstaltung
Universität der Künste Berlin, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin, Foyer
10. August
19:00 Uhr

Geteilte Ansichten. Die Erinnerung an Mauer, Zaun und Stacheldraht in Deutschland

Buchpräsentation. Gemeinsam mit dem Aufbau-Verlag und der Landesvertretung Sachsen-Anhalt
Seit den 1950er Jahren wurden im Westen Mahnmale und Gedenksteine errichtet, um der verlorenen staatlichen Einheit und der Opfer des SED-Grenzregimes zu gedenken. Daneben entstand eine touristische Infrastruktur mit Informations- und Aussichtspunkten. Nach 1989 wurden viele dieser Orte abgebaut oder gerieten in Vergessenheit. Gleichzeitig entstanden neue Denkmäler und Grenzland-Museen. Maren Ullrich, Stipendiatin der Stiftung Aufarbeitung, hat dem Erinnerungsraum „deutsch-deutsche Grenze“ ihre Dissertation gewidmet. Sie macht deutlich, wie sowohl die westdeutsche Sicht auf die Grenze von vor 1989 als auch die Bilder der Berliner Mauer unsere Vorstellung von der deutsch-deutschen Grenze bis heute prägen. Aus Anlass des 45. Jahrestages des Mauerbaus will die Stiftung Aufarbeitung mit der Buchvorstellung von „Geteilte Ansichten“ (Aufbau Verlag) dazu einladen, sich mit der deutschen Teilung in unserer Erinnerungskultur auseinanderzusetzen.
Kurzinfo
Kurzbericht zur Veranstaltung
Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund, Luisenstraße 18, 10178 Berlin
28. August
19:00 Uhr

IV. Zeitgeschichtliche Sommernacht

Diskussionsabend. Gemeinsam mit der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen
Die Stiftung Aufarbeitung lädt Vertreter der Wissenschaft, politischen Bildung, Museen und Gedenkstätten sowie Journalisten, Politiker und kirchliche Repräsentanten zu einer zeitgeschichtlichen Sommernacht ein. Unter dem Motto „Die doppelte deutsche Diktaturerfahrung“ wird der deutsch-französische Politikwissenschaftler und Publizist Prof. Alfred Grosser eine Bilanz über die vergangenen und gegenwärtigen Formen der Erinnerung an die beiden deutschen Diktaturen ziehen. Anschließend diskutiert Prof. Grosser mit Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert über die Erinnerungskultur in Deutschland.
Teilnahme nur auf Einladung.
Kurzbericht zur Veranstaltung
Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund, Hiroshimastraße 12 - 16, 10785 Berlin
10. September
19:00 Uhr

Start der Filmreihe zum 50. Jahrestag des Ungarnaufstands: „…wie ein Maulwurf im Sonnenschein, so gehen wir durch stockfinstere Nacht…“

Filmreihe. Gemeinsam mit dem DHM, dem Collegium Hungaricum und dem Zentrum für Zeitgeschichtliche Forschung Potsdam
Mit dem Spielfilm „Mutter“ (Schweiz 2002) beginnt die Filmreihe zur ungarischen Revolution von 1956. Vom 10. September bis 19. November werden jeden Sonntagabend Spielfilme, die sich mit der Geschichte des Ungarnaufstands, seiner Niederschlagung und den daraus sich ergebenden Folgen beschäftigen. (Die Filme spiegeln die sich über die Jahrzehnte wandelnden Sichtweisen auf dieses Thema wider. Zum Teil im ungarischen Original mit Untertiteln präsentiert sich ein Stück europäischer Film- und Zeitgeschichte, das so erstmals in Berlin gezeigt wird.
Zeughauskino, Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Eingang Spreeseite. Die Aufführungen beginnen – je nach Filmlänge – zwischen 18 und 19 Uhr. Nähere Informationen unter www.ungarn1956.de
10. September
19:30 Uhr

„Paneuropäisches Frühstück“ - Erinnerungskonzert von Márta Sebestyén

Konzert. Gemeinsam mit Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Das Paneuropäische Picknick war eines der folgenreichsten Ereignisse im Sommer 1989. Ein von ungarischen Oppositions-Politikern organisiertes Picknick war als kurzfristige und symbolische Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ für drei Stunden geplant, um damit Bürgern aus Sopron/Ungarn und St. Margarethen/Österreich ein friedliches Zusammensein zu ermöglichen. Das Völker-Picknick sendete die politische Botschaft an die Regierungen der Ostblockstaaten, den „Eisernen Vorhang“ als Relikt des Kalten Krieges abzubauen. 150 DDR-Bürger nutzten die Grenzöffnung, um von Ungarn nach Österreich in die Freiheit zu fliehen und rissen damit von Ungarn aus ein kleines Loch in die Berliner Mauer.
Am Vorabend des Jahrestages der ungarischen Grenzöffnung wird mit einem festlichen Konzert der ungarischen Künstlerin Márta Sebestyén und ihrem Orchester an dieses historische Ereignis erinnert.
Kurzbericht zur Veranstaltung
Kesselhaus der Kulturbrauerei, Besuchereingänge: Sredzkistraße 1 oder Knaackstraße 97, 10435 Berlin
12. September
18:00 Uhr

Der Ungarnaufstand und seine Folgen. Erich Loest & János M. Bak im Gespräch

Zeitzeugengespräch. Gemeinsam mit dem Collegium Hungaricum, dem Zentrum für Zeitgeschichtliche Forschung Potsdam und der Botschaft der Republik Ungarn
Als im Herbst 1956 sowjetische Panzer dem demokratischen Frühling Ungarns ein jähes Ende setzten, ging der der damals 27 jährige János M. Bak ins Exil. Nach seiner Promotion an der Universität Hamburg führte ihn seine Karriere als Mittelalterhistoriker unter anderem nach Kanada. Stets blieb er der ungarischen Revolution verbunden, arbeitete in Exilorganisationen und zählte nach 1989 in Budapest zu den Gründern des „1956er -Instituts“.
Der Schriftsteller Erich Loest war 1953 Zeuge der Niederschlagung des Volksaufstandes am 17. Juni. In den folgenden Jahren setzte er seine Hoffnungen auf die Entstalinisierung und auf einen erneuerten Sozialismus. Sein kritisches, literarisches Schaffen bezahlte er 1957 mit siebenjähriger Haft in Bautzen. 1981 folgte die Ausreise in die Bundesrepublik. Loests Oeuvre kennzeichnet die scharfsichtige Beschreibung des real-existierenden Sozialismus in der DDR. In einem Gespräch blicken die beiden Zeitzeugen auf die damaligen Ereignisse zurück.
Teilnahme nur nach schriftlicher Anmeldung bis zum 6. September über: buero@stiftung-aufarbeitung.de
Kurzbericht zur Veranstaltung
Botschaft der Republik Ungarn in Berlin, Unter den Linden 76, 10117 Berlin.
15.-16. September

„Gedenkstättenarbeit und oral history – Arbeit mit Zeitzeugen an Gedenkstätten im Kontext von politischer Bildungsarbeit, Multimedia-Einsatz und Ausstellungskonzeptionen“

Tagung. Gemeinsam mit „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“
Die 9. Tagung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gedenkstätten, Einrichtungen der politischen Bildung und Vereinen, die in Projekten der oral history arbeiten. Methodische und praktische Fragen des Führens von Interviews, der Datensammlung und –sicherung in großen und kleinen Interviewprojekten werden angesichts des Verlustes ganzer Zeitzeugengenerationen drängender denn je. Die vorgestellten Projekte gehen jedoch auch darauf ein, wie die gesammelten Interviews sinnvoll und professionell für die Arbeit in Gedenkstätten und für die politische Bildung genutzt werden können. Neben allgemeinen methodischen Fragen bei der Arbeit mit Zeitzeugen werden an konkreten Fallbeispielen aus der Gedenkstättenpraxis neue Erkenntnisse zur Diskussion gestellt.
Anmeldung bis zum 1. August 2006 über buero@stiftung-aufarbeitung.de
Ver.di Tagungszentrum Wannsee
26. September
19:00 Uhr

Neonazis in der DDR

Gemeinsam mit dem RBB-Fernsehen und ArmadaFilm in Verbindung mit der Zionskirche und der Robert-Havemann-Gesellschaft
Oktober 1987. Überfall auf die Ostberliner Zionskirche. Die Westberliner New-Wave-Band „Element of crime“ gibt ein Konzert. Danach kommen Skinheads auf das Gelände, versuchen das Gotteshaus zu stürmen, schlagen auf junge Frauen und Männer ein. „Juden raus aus deutschen Kirchen!“, „Kommunistenschweine!“ und „Sieg heil!“ brüllen die „Glatzen“. Der RIAS meldet: „Neonazis in der DDR.“
Die sozialistische Presse ignoriert zunächst den Vorfall, bagatellisiert ihn später und schiebt alles auf westliche Einflüsse. Mit dieser Propaganda kommen Partei- und Staatsführung jedoch nicht weit. Längst werden Fragen laut. Warum sind am Abend des Übergriffes weder Staatssicherheit noch Volkspolizei eingeschritten? Wieso konnte dieser Gewaltausbruch überhaupt geschehen? Der Gerichts-Prozess gegen die Angreifer auf die Zionskirche fördert neue Ungereimtheiten zutage. Die DDR weigert sich als antifaschistischer Staat, die Ursachen rechtsradikaler Erscheinungen zu hinterfragen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
In der Dokumentation von Andreas K. Richter und Tom Franke kommen Konzertbesucher, Historiker, Kirchenvertreter wie auch Täter des Überfalls auf die Zionskirche zu Wort.
Der Dokumentarfilm wurde von Armadafilm im Auftrag des RBB-Fernsehens produziert, gefördert mit Mitteln der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Kurzinfo
Kurzbericht zur Veranstaltung
Zionskirche, Zionskirchplatz, 10119 Berlin
28. September
19:30 Uhr

Lebenswege zwischen Kaltem Krieg und Diktaturaufarbeitung. Eine Buchvorstellung mit Gerda und Hermann Weber

Gemeinsam mit der URANIA, dem Ch. Links Verlag und Inforadio/RBB
„Ein Leben mit dem »Prinzip Links«“ heißt die autobiographische Rückschau, in der der Nestor der deutschen Kommunismusforschung, der Mannheimer Historiker Hermann Weber mit seiner Frau Gerda Weber ihren gemeinsamen Lebensweg seit den fünfziger Jahren erzählen. Es ist die Geschichte zweier Menschen, die sich an der SED-Parteihochschule kennen gelernt haben, mit dem Kommunismus brachen und in die Bundesrepublik übersiedelten. In den 1950er Jahren wurden Sie von zwei Seiten angefeindet: von ihren einstigen Genossen und von der westdeutschen Justiz. 50 Jahre nach dem KPD-Verbot ist diese Autobiographie, die bis in die neunziger Jahre reicht, ein Spiegelbild des Kalten Krieges und seiner Auswirkungen auf die westdeutsche Gesellschaft.
Kurzinfo
Kurzbericht zur Veranstaltung
Urania Berlin e.V., An der Urania 17, 10787 Berlin
2. - 3. Oktober

Zentrale Feier der Bundesrepublik Deutschland zum Tag der Deutschen Einheit

Ausstellung und Informationsstand
Die Stiftung präsentiert sich und ihre Aufgaben, Publikationen und Projekte im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, die im Jahr 2006 in Kiel stattfinden werden.
Kiel
4. - 6. Oktober

Die ungarische Revolution 1956: Kontext, Wirkung und Mythos

Internationale wissenschaftliche Konferenz. Gemeinsam mit Bipolar/deutsch-ungarische Kulturprojekte, dem Collegium Hungaricum und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
In der Vergangenheit wurden der Ungarnaufstand und seine Niederschlagung vor allem ereignisgeschichtlich in den Blick genommen. Die internationale Konferenz möchte die Folgen dieser Ereignisse sowie deren Rezeption vor und seit 1989 in den Mittelpunkt stellen. In welcher Form wurde der Aufstand in den unterschiedlichen politischen und sozialen Milieus innerhalb und außerhalb Ungarns erinnert? Welche Rolle spielte diese Erinnerung in den nachfolgenden Jahrzehnten vor 1989 und nach dem Zusammenbruch des Kommunismus?
Teilnahme nur auf Einladung. Auskünfte zur Konferenz gibt Dr. Hans-Hermann Hertle, ZZF-Potsdam (hertle@zzf-pdm.de). Siehe auch www.ungarn1956.de.
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
5. Oktober
18:00 Uhr

Imre Nagy – Vom Parteisoldaten zum Märtyrer der ungarischen Revolution

Buchvorstellung. Gemeinsam mit der Ungarischen Botschaft, dem Collegium Hungaricum, dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und dem Verlag Ferdinand Schöningh
Imre Nagy (1896-1958) war zweimal ungarischer Ministerpräsident. Weltbekannt wurde er erst in seiner zweiten Amtszeit, als der Ex-Stalinist zur Symbolfigur der ungarischen Revolution und zwei Jahre später auf Geheiß Moskaus hingerichtet wurde. János M. Rainer erinnert in einer politischen Biographie an Imre Nagy.
Teilnahme nur nach schriftlicher Anmeldung bis zum 2. Oktober über: veranstaltungen@kum.hu.
Kurzbericht zur Veranstaltung
Botschaft der Republik Ungarn in Berlin, Unter den Linden 76, 10117 Berlin
9. Oktober
19:00 Uhr

„Der Herbst 89 – Aufbruch zur Demokratie“

Diskussionsveranstaltung. Gemeinsam mit der "Initiativgruppe Herbst 89"
Das „Demokratieforum Leipzig“ stellt in diesem Jahr das Thema „ Freiheit, Aufklärung, Religion - Der Sinn deutscher und europäischer Werte“ zur Diskussion. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs konnte Europa wieder zusammenwachsen. Dabei stellen sich auch Fragen nach Werten und Identitäten der Europäer. Verbindet Europa zuerst die Geschichte gegeneinander geführter Kriege oder die Tradition europäischer Völker im Widerstand gegen Tyrannei, Fremdherrschaft und Diktaturen?
Gewandhaus Leipzig
19. Oktober

Jenseits der Staatskulturen. Subversiver Film in der DDR und Ungarn

Filmwoche. Gemeinsam mit dem BrotfabrikKino Berlin, dem Collegium Hungaricum und dem Deutschen Historischen Museum
Seit den 1960er Jahren hatten sich in Ungarn und ein Jahrzehnt später auch in der DDR neben den systemtreuen, offiziellen Bilderfabriken wie Babelsberg unabhängige Filmkulturen herausgebildet. Der Super-8-Film wurde zum Medium des filmischen Widerstands. Vom 19. bis 25. Oktober werden ungarische und ostdeutsche Independent-Kurzfilme im „Heimkinoformat“ gezeigt. Am 22. Oktober werden im Zeughauskino Langfilme gezeigt und ein Podiumsgespräch ausgerichtet.
Nähere Informationen unter www.brotfabrik-berlin.de
BrotfabrikKino, Caligariplatz, 13086 Berlin und Zeughauskino, Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Eingang Spreeseite
20. – 21. Oktober

Uprisings in Eastern Europe: The Crises of Communist System 1953–1989

Internationale Konferenz. Gemeinsam mit dem Institut für Nationales Gedenken, Polen und der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, u. a.
Das Anliegen der wissenschaftlichen Konferenz ist es, die Krisen der kommunistischen Herrschaftssysteme zwischen 1953, dem Aufstand vom 17. Juni in der DDR, und 1981, dem Verbot von Solidarnosc und der Verhängung des Kriegszustands in Polen, in übergreifender sowohl zeitlicher wie geographischer Perspektive zu diskutieren. Die Themen reichen von der internationalen Dimension der Krisen und Aufstände des Jahres 1956 in Polen und Ungarn im Kontext zwischen dem Entstalinisierungs-Parteitag der KPdSU im Februar in Moskau und der Suez-Krise im Herbst des Jahres, über die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Großmächte Sowjetunion und USA, bis hin zur Korea-Krise oder der Haltung der chinesischen Führung zu den Konflikten. Darüber hinaus wird sich die Konferenz mit den Folgen der Aufstände auseinandersetzen. Das Vorhaben knüpft an eine internationale Konferenz des IPN im Sommer 2005 aus Anlass 25 Jahre Solidarnosc an und soll insbesondere dazu beitragen, die grenzüberschreitende Diktaturaufarbeitung in Mittelosteuropa zu befördern.
Ansprechpartnerin beim IPN ist Anna Piekarska, Email: anna.piekarska@ipn.gov.pl
Warschau, Universität
20. -27. Oktober

4. Studienfahrt der Stiftung Aufarbeitung in die Republik Ungarn

50. Jahrestag des Ungarn-Aufstands von 1956
Die vierte Studienfahrt der Stiftung Aufarbeitung führt aus Anlass des 50. Jahrestages der Ungarischen Revolution nach Budapest. Ziel der Reise ist es, die wissenschaftlichen, staatlichen und gesellschaftlichen Initiativen kennen zu lernen, die sich in Ungarn der Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur und dem Gedenken an deren Opfer widmen. Zudem sollen neue Kontakte zwischen ungarischen und deutschen Institutionen der Aufarbeitung geknüpft werden. Die Studienfahrt richtet sich an Vertreter von Museen, Gedenkstätten, Verbänden und Vereinen sowie an Wissenschaftler und Journalisten, die sich in Deutschland mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur befassen.
Teilnahme nur auf Einladung.
31. Oktober
10:00 - 17:30 Uhr

Schriftsteller zwischen Preußen und der DDR. Günter de Bruyn zum 80. Geburtstag

Tagung. Gemeinsam mit dem Kleist-Museum Frankfurt (Oder) und dem Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum
Günter de Bruyn ist einer der wichtigsten Schriftsteller der DDR und des wiedervereinigten Deutschlands. Er hat sich als Autor, Herausgeber und Essayist immer wieder den verschiedenen Facetten der deutschen Geschichte angenommen, neben der preußischen insbesondere auch der Geschichte des geteilten und vereinigten Deutschlands. Aus Anlass seines 80. Geburtstags treffen in Frankfurt (Oder) Weggefährten und Experten zusammen, um sich über die verschiedenen Aspekte von Leben und Werk dieses bedeutenden Künstlers auszutauschen.
Anmeldung nur beim Kleist-Museum,
Faberstraße 7, 15230 Frankfurt (Oder)
Kleist-Museum, Faberstraße 7, 15230 Frankfurt/Oder
2. November
19:00 Uhr

Selbsttötungen in der DDR

Buchvorstellung und Podiumsgespräch. Gemeinsam mit Ch. Links Verlag
Die DDR gehörte zu jenen Staaten, in denen überdurchschnittlich viele Menschen durch eigene Hand starben. Im weltweiten Vergleich der Selbsttötungsraten nahm der „erste sozialistische Staat auf deutschem Boden” einen Spitzenplatz ein. Der Leipziger Historiker und Biochemiker Udo Grashoff stellt Ergebnisse seiner Auswertung mehrerer tausend Suizidfälle vor. Deutlich werden Konfliktfelder und Existenz bedrohende Situationen in der SED-Diktatur, die Einzelfällen zu Selbsttötungen führten. Gleichzeitig wird der Zusammenhang zwischen Repression und Suiziden anhand von bisher unveröffentlichtem statistischen Material hinterfragt. Auf der Veranstaltung diskutiert der Autor seine Ergebnisse mit Experten aus Geschichtswissenschaft und Medizin.
Kurzinfo
Kurzbericht zur Veranstaltung
Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund, Luisenstraße 18, 10178 Berlin
7. November
19:00 Uhr

Wem gehört die Vergangenheit? Das DDR-Bild im Widerstreit von Rechtfertigung und Aufarbeitung

Podiumsgespräch. Gemeinsam mit der Braunschweiger Zeitung
Im Herbst 1989 wurde das SED-Regime durch die friedliche Revolution hinweggefegt. 17 Jahre später gibt es erbitterten Streit um die Deutungshoheit der DDR-Vergangenheit. Verstärkt melden sich ehemalige DDR-Funktionäre zu Wort und versuchen, die Geschichte der DDR umzuschreiben. Opposition und Widerstand sowie die Opfer von politischer Verfolgung in der SBZ/DDR geraten immer mehr in Vergessenheit. Ein prominent besetztes Podium wird der Frage nachgehen, wie das heutige Bild der DDR-Geschichte aussieht und wer es prägt.
Kurzinfo
Dornse im Altstadtrathaus, Am Altstadtmarkt, 38100 Braunschweig
9. November
19:00 Uhr

Es gab kein Niemandsland - ein Dorf im Sperrgebiet

Öffentliche Uraufführung eines Dokumentarfilms mit anschließendem Podiumsgespräch. Gemeinsam mit der Landesvertretung Sachsen-Anhalt
Nach dem 13. August 1961 begann für die kleine Gemeinde Großburschla an der thüringisch-hessischen Grenze die "Aktion Ungeziefer". So nannten die DDR-Behörden zynisch die Zwangsaussiedlung von über 10.000 Menschen und den Abriss von Hunderten von Häusern an der innerdeutschen Grenze. Die Demarkationslinie mit Todesstreifen und Stacheldraht grenzte unmittelbar an die Häuser und Höfe der Gemeinde, fast vollständig waren die Menschen hier von den "Grenzsicherungsanlagen" eingeschlossen. Der von der Stiftung Aufarbeitung geförderte Dokumentarfilm von Hans Sparschuh zeigt, wie die leidvollen Erfahrungen aus der Zeit der SED-Diktatur die Menschen in Großburschla bis heute berühren.
Kurzinfo
Kurzbericht zur Veranstaltung
Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund, Luisenstraße 18, 10178 Berlin
9. – 11. November

Die DDR in der gemeinsamen deutschen Nachkriegsgeschichte. Internationale Deutschlandforschertagung

Gemeinsam mit dem Institut für Zeitgeschichte, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Zeitschrift Deutschland Archiv
Wie gestalteten sich die deutsch-deutschen Beziehungen im Wandel von vier Jahrzehnten? Welche wechselseitigen Einwirkungsversuche, institutionellen und persönlichen Kontakte waren in diesem Zeitraum zu verzeichnen? Welche Auswirkungen hatte die Wahrnehmung des jeweils anderen Staates auf die Politik und Gesellschaft in der Bundesrepublik und in der DDR? Welche Probleme und Phänomene in der Zeit der deutschen Teilung sind besonders dazu geeignet, in einer gesamtdeutschen Perspektive betrachtet und erforscht zu werden? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland sind dazu eingeladen, auf dieser Konferenz Antworten auf die hier formulierten Leitfragen anzubieten, die aus ihren aktuellen Forschungsprojekten und -ergebnissen resultieren. Die Konferenz findet in Suhl statt.
Interessenten wenden sich an Herrn PD Dr. Hermann Wentker, Institut für Zeitgeschichte, Email: wentker@ifz-muenchen.de.
Tagungsbericht als pdf (116KB)
Ringberg Hotel, 98527 Suhl
28. November
18:00 Uhr

Das internationale Krisenjahr 1956 und seine Folgen

Podiumsgespräch. Gemeinsam mit dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt
Turbulenter hätte das Jahr 1956 kaum verlaufen können: Hatte der XX. Parteitag der KPdSU noch Hoffnungen auf ein Ende des Kalten Krieges geweckt, zeigten die Niederschlagung des Posener Aufstandes im Sommer und die militärische Intervention der Sowjets in Ungarn im Herbst, dass keine Supermacht Änderungen am Status quo zu akzeptieren bereit war. Vergeblich hofften die ungarischen Revolutionäre auf militärische Hilfe des Westens. Die Intervention der Briten und Franzosen in der Suezkrise fand auf Druck der USA ein rasches Ende. Elf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges war keine Seite bereit, einen dritten zu wagen. Gleichzeitig sorgten Washington und Moskau – wenn auch in unterschiedlicher Intensität – für Geschlossenheit im eigenen Lager. Ausgehend vom Jahr 1956 will die Veranstaltung die mittel- und langfristigen sicherheitspolitischen Konsequenzen des Jahres 1956 diskutieren.
Kurzbericht zur Veranstaltung
Militärgeschichtliches Forschungsamt, Zeppelinstraße 127/128, 14471 Potsdam
5. Dezember
19:00 Uhr

Aktenkundig? Über den Umgang mit dem Erbe der kommunistischen Diktaturen im Ostseeraum

Eine Diskussion des NDR und der Stiftung Aufarbeitung nach 15 Jahren Stasiunterlagengesetz
Vor 15 Jahren trat in Deutschland das Stasiunterlagengesetz in Kraft. Seit 1991 können betroffene Bürger, Wissenschaftler und Journalisten Anträge auf Akteneinsicht stellen. Welche Rolle hat die Öffnung der Akten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur gespielt? Gab es Erfolge, Versäumnisse, Fehler? Haben die Medien ausgewogen berichtet oder ging es einfach nur um spektakuläre Stasi-Enthüllungen? Wie geht man in unseren Nachbarländern im Ostseeraum mit dem Erbe der kommunistischen Diktatur um, in Polen beispielsweise, wo zunächst eine Politik des "dicken Strichs" unter die Vergangenheit die Aussöhnung befördern und Denunziationen vermeiden sollte? Was treibt dänische Wissenschaftler an, ein Institut zur Erforschung des Kalten Krieges gründen zu wollen?

Der Norddeutsche Rundfunk in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt sich im Rahmen des mehrfach ausgezeichneten Hörfunkprojektes "Erinnerungen für die Zukunft" seit 1993 journalistisch mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. In einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Stiftung Aufarbeitung soll nun auch einmal über die Grenzen hinweggeschaut werden – zu den Nachbarn an der Ostseeküste.
NDR-Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern, Foyer, Schlossgartenallee 61, 19061 Schwerin
Verschoben

Alte und neue Leipziger Schule zwischen Diktatur und Demokratie

Podiumsdiskussion.
In den 1980er Jahren war Leipzig das Zentrum der Kunst und der Kunstschaffenden in der DDR. Viele Künstler arrangierten sich mit der vorherrschenden Kunstauffassung der DDR und arbeiteten regime-treu. Andere fanden keine Möglichkeit, in diesem System zu arbeiten, eckten an und verließen die DDR. Eine Podiumsdiskussion mit prominenter Gesprächsrunde widmet sich dem Mythos Leipziger Schule in den 1980er Jahren, ihrer Funktion und Stellung in der staatlichen Kunstpolitik der DDR und thematisiert die Stellung, die die neue (heutige) Leipziger Schule besitzt.

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