Bundesweiter Plakat-Wettbewerb "Die Zeit ist reif"
zurück2004 jährt sich die friedliche Revolution vom Herbst 1989 gegen die SED-Diktatur zum 15. Mal. Damals trugen Hunderttausende DDR-Bürger ihren friedlichen Protest auf die Straße. Was in Leipzig und anderen Städten der DDR begann, entwickelte sich zu einer Massenbewegung, die die zweite Diktatur in Deutschland ohne Blutvergießen überwand.
Die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat unter der Schirmherrschaft von Bundesaußenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher einen bundesweiten Plakat-Wettbewerb für Studenten ausgelobt, mit dem sie den Mut der Menschen in Erinnerung rufen möchte, die vor fünfzehn Jahren für Freiheit und Demokratie einer schwer bewaffneten Staatsmacht gegenüber traten.
Die Studenten waren aufgefordert, sich mit ihren Wettbewerbs-Beiträgen nicht nur auf Bilder vom Mauerfall und die auf der Mauer tanzenden Menschen zu beziehen - obwohl sich gerade jene Bilder sicherlich am nachhaltigsten ins öffentliche Gedächtnis eingeprägt haben. Vielmehr ging es auch darum, die friedliche Revolution als Ereignis von welthistorischer Bedeutung in einer längeren Entwicklung zu verorten. Studenten von bundesweit 23 Hochschulen beteiligten sich am Wettbewerb und reichten insgesamt 64 Plakate ein. Unter den Hochschulen befinden sich vier Hochschulen aus Berlin, fünf aus den neuen Bundesländern und 14 Hochschulen aus den alten Bundesländern. Im Durchschnitt waren die Studenten knapp 25 Jahre alt - zum Zeitpunkt des Mauerfalls also zumeist jünger als zehn Jahre. Rund zwei Drittel der Beiträger stammen aus der alten Bundesrepublik, rund ein Drittel aus den neuen Bundesländern. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Prof. Hans-Jürgen Kristahn (Universität der Künste Berlin), Prof. Helmut Langer (Helmut Langer Design Köln), Prof. Bernd Lindner (Zeitgeschichtliches Forum Leipzig) und Christoph Links (Links Verlag), wählte die dreizehn Plakate aus, die in dieser Ausstellung präsentiert werden. Nach intensiver Beratung beschloss die Jury, einen 2. Preis und zwei 3. Preise, jedoch keinen 1. Preis zu vergeben.
Als Preisträger wählte die Jury aus:
2. Preis: NICOLA BEUVINK, Fachhochschule Münster (6. Semester);
3. Preis: THOMAS WAGNER, Universität der Künste Berlin (8. Semester);
3. Preis: MARTIN BORST, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (2. Semester).
In der Begründung der Jury heißt es: Die Plakate der Preisträger zeichnen sich vor allem durch ihre Umsetzung des vorgegebenen Themas sowie durch Originalität aus und sind geeignet, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzielen und so zu einer weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen.
13 ausgewählte Beiträge des Plakat-Wettbewerbs gehen nun in mehreren Exemplaren auf Wanderung.
Stationen der Ausstellung:
28.9.-10.11.2004 Gethsemane-Kirche, Stargarder Str. 77, 10437 Berlin;
29.9.-10.10.2004 Foyer des Auswärtigen Amtes, Werderscher Markt 1, 11013 Berlin;
12.10.-26.11.2004 Landeszentrale für politische Bildung Sachsen, Schleinufer 12, 39104 Magdeburg;
15.10.-30.11.2004 Museum in Pforzheim, Bussardstr. 28, 75175 Pforzheim;
25.10.2004-31.01.2005 Gedenkstätte Bautzen, Weigangstr. 8a, 02625 Bautzen;
ab 9.11.2004 Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt;
Okt./Nov. 2004 Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, Jägerweg 2, 19053 Schwerin;
Nov. 2004 Grenzmuseum Schifflersgrund, 37318 Asbach-Sickenberg;
Nov./Dez. 2004 Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin, An der Urania 4-10, 10787 Berlin.
